World Cup Euphorie erhebt Mann aus Rollstuhl

Kann die Euphorie über den Sieg einer Mannschaft beim Fußball so groß sein, dass man seine Gebrechen vergisst und seine eigentlich nicht beweglichen Beine wieder bewegen kann? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, müssen mehrere Dinge vorab beleuchtet werden.

Der Hype um den World Cup

Da die Karten für den World Cup unglaublich beliebt und dahingehend auch sehr kostspielig und rar sind, spielen hier mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen sind die Karten oftmals sehr schnell ausverkauft und zum anderen werden sie teilweise auch zu Preisen wieder verkauft, die extrem hoch sind. Aus diesem Grund haben sich mehr und mehr Fußballfans etwas einfallen lassen. Um die Spiele live mitzuverfolgen, wollte FIFA auch speziell für Menschen mit Behinderung gute und barrierefreie Plätze sichern. An diesem Punkt wird es vor allem für diejenigen interessant, die in Erfahrung bringen möchten, wie der Fußball auf wundersame Weise einen Menschen aus dem Rollstuhl bringen kann.

Wunderheilung oder Scharlatanerie?

Wer sich fragt, wie weit der Fußballfanatismus gehen kann, dem wird eventuell anhand dieses Beispiels bewusst, dass er kaum Grenzen kennt. Bestimmte Fans, die an keiner Behinderung litten, sich jedoch in einem solchen Maße auf das Spiel einschossen hatten, hatten keine Skrupel, benachteiligten Zuschauern und Fans die Tickets vor der Nase wegzuschnappen, obwohl ihnen die Berechtigung dazu fehlte. Aus diesem Grund schaffte es auch ein vermeintlich benachteiligter Fan im Rollstuhl in Brasilien. Dieser war von dem Sieg seiner Mannschaft so mitgerissen, dass es ihn aus dem Rollstuhl riss und er vollkommen vergaß, dass er die Rolle des beeinträchtigten Mannes zu spielen hatte. Viele Fans hielten dies natürlich zunächst für eine wundersame Heilung und unterstellten dem Mann erst einmal nichts Böses. Bis allerdings herauskam, dass der Mann sich diese Karte auf unmoralische Art und Weise erschlichen hatte und im gleichen Zuge einem tatsächlich gehandikapten Fan die Karte blockierte, der sie tatsächlich verdient hätte.

Leider war der Fußball hier nicht Grund und Zeuge einer Wunderheilung.